Katarina Millowitsch gehört zur bekannten Kölner Theaterfamilie Millowitsch, nahm beruflich jedoch einen anderen Weg als ihr Vater Willy Millowitsch oder ihre Geschwister Peter und Mariele. Sie wurde 1947 als ältestes von vier Kindern von Willy und Gerda Millowitsch geboren. Statt die Schauspielerei dauerhaft zum Hauptberuf zu machen, arbeitete sie als Oberstudienrätin und beschäftigte sich akademisch mit Philosophie. Gleichzeitig blieb das Theater ein wichtiger Teil ihres Lebens: Sie stand selbst auf der Bühne, engagierte sich in der freien Kölner Theaterszene, leitete zeitweise ein Theater und gründete später die Freien Kammerspiele.

Katarina Millowitsch im Überblick

MerkmalInformation
NameKatarina Millowitsch
Weitere NamensformenKatarina Eisenlohr-Millowitsch, Katharina Millowitsch, Katharina Eisenlohr
Geburtsjahr1947
ElternWilly Millowitsch und Gerda Millowitsch, geborene Feldhoff
GeschwisterPeter, Susanne und Mariele Millowitsch
BerufOberstudienrätin
Akademischer HintergrundPhilosophie; Arbeit zu Kant und Schopenhauer
TheaterarbeitSchauspiel, freie Theaterarbeit, Theaterleitung und Theatergründung

Tochter einer der bekanntesten Kölner Theaterfamilien

Katarina Millowitsch wuchs in einer Familie auf, deren Geschichte seit Generationen mit dem Theater verbunden war. Ihr Vater Willy Millowitsch wurde zu einem der bekanntesten deutschen Volksschauspieler des 20. Jahrhunderts. Das Portal Rheinische Geschichte des Landschaftsverbands Rheinland beschreibt die Theatertradition der Familie als bis ins späte 18. Jahrhundert zurückreichend. Willy Millowitsch und seine Frau Gerda hatten vier Kinder: Katarina, geboren 1947, Peter 1949, Susanne 1953 und Mariele 1955.

Peter Millowitsch schlug später eine Laufbahn als Schauspieler und Theaterleiter ein, während Mariele Millowitsch besonders durch ihre Film- und Fernsehrollen bekannt wurde. Katarinas beruflicher Schwerpunkt lag dagegen außerhalb einer klassischen Schauspielkarriere.

Diese Unterschiede wurden 2008 besonders deutlich, als alle vier Geschwister gemeinsam in der ARD-Talkshow „Beckmann“ auftraten. Die offizielle Ankündigung stellte Peter als Leiter des Familientheaters und Mariele als Schauspielerin vor. Katarina wurde dagegen ausdrücklich als Oberstudienrätin bezeichnet, ihre Schwester Susanne als Buchhändlerin.

Philosophie und Beruf als Oberstudienrätin

Katarina Millowitschs akademischer Weg unterscheidet ihre Biografie deutlich von der vieler anderer Mitglieder der Theaterdynastie. Bibliografische Nachweise führen eine philosophische Arbeit von Katarina Eisenlohr über die Ästhetik Immanuel Kants und Arthur Schopenhauers. Der Titel beschäftigt sich mit der Begründung einer subjektiven Ästhetik durch Kant und ihrer Fortführung bei Schopenhauer. Ein Universitätskatalog verzeichnet die Arbeit in Köln.

Beruflich arbeitete sie im Bildungsbereich. Dass sie Oberstudienrätin war, ist durch die offizielle ARD-Ankündigung zur „Beckmann“-Sendung vom Dezember 2008 belegt. Damit verband sie einen akademisch-pädagogischen Beruf mit einer weiterhin engen Beziehung zur Bühne.

Katarina Millowitsch als Schauspielerin

Obwohl das Theater nicht ihr einziger Beruf wurde, trat Katarina Millowitsch mehrfach selbst als Schauspielerin auf. Filmdatenbanken dokumentieren sie 1964 in der Fernsehproduktion „Zwangseinquartierung“ und 1965 in „Zwei Dickköpfe“. In letzterem Stück spielte sie Lotte Knopf und wurde in den Credits als „Katharina Millowitsch“ geführt.

Später gehörte sie auch zur Besetzung von „Das Glücksmädel“ aus dem Jahr 1984. In der Produktion wirkten mehrere Mitglieder der Familie Millowitsch mit. Für 1990 ist außerdem ein Auftritt in „Tante Jutta aus Kalkutta“ dokumentiert.

Ihre Filmografie ist damit überschaubarer als die ihrer Schwester Mariele, zeigt aber, dass Katarina Millowitsch keineswegs vollständig außerhalb des Schauspielbetriebs stand.

Ein eigener Platz in der freien Kölner Theaterszene

Besonders interessant ist Katarina Millowitschs Arbeit außerhalb des berühmten Familientheaters.

Theater im Bauturm

Als das Theater im Bauturm Anfang der 1980er-Jahre in Köln entstand, gehörte Katharina Eisenlohr, geborene Millowitsch, nach einer Rückschau der Kölnischen Rundschau zu den Personen, die die Spielstätte betrieben. Das Theater hatte damit eine direkte personelle Verbindung zur Familie Millowitsch, entwickelte aber ein eigenständiges Profil in der freien Theaterszene.

Das Archiv des Theater im Bauturm dokumentiert zudem eine „K. Eisenlohr“ in mehreren Produktionen. 1987 gehörte sie unter anderem zur Besetzung von „Gibt es Tiger am Kongo?“ sowie von „My fair Pygmädche“.

Kurzzeitige Theaterleitung

Auch organisatorisch übernahm Katarina Eisenlohr-Millowitsch Verantwortung. Die Chronik des heutigen Theater&Ehrenfeld nennt sie für das Jahr 1993 als kurzzeitige Leiterin des damaligen Hauses.

Damit bestand ihre Theaterarbeit nicht nur aus einzelnen Rollen. Sie beschäftigte sich auch mit der Leitung und Gestaltung eines Bühnenbetriebs.

Gründung der Freien Kammerspiele

1996 folgte ein weiterer eigenständiger Schritt. Die Tageszeitung taz berichtete damals, dass Katarina Eisenlohr in Köln die Freien Kammerspiele gründete. Die Eröffnung war für den 7. Dezember mit Goethes Drama „Stella“ geplant. Der Spielplan sollte vor allem literarisch ausgerichtet sein; angekündigt wurden außerdem Anton Tschechows „Kirschgarten“ und eine Dada-Produktion nach Kurt Schwitters.

Diese Theatergründung zeigt, dass Katarina Millowitsch die familiäre Bühnentradition auf ihre eigene Weise fortführte. Ihr Schwerpunkt lag nicht ausschließlich auf dem klassischen Kölner Volkstheater, sondern auch auf anderen literarischen Stoffen und der freien Szene.

Wichtige Stationen

JahrStation
1947Geburt als ältestes Kind von Willy und Gerda Millowitsch
1964Mitwirkung in „Zwangseinquartierung“
1965Rolle der Lotte Knopf in „Zwei Dickköpfe“
1980er-JahreEngagement im Umfeld des Theater im Bauturm
1984Mitwirkung in „Das Glücksmädel“
1990Mitwirkung in „Tante Jutta aus Kalkutta“
1993Kurzzeitige Leitung eines Kölner Theaterhauses
1996Gründung der Freien Kammerspiele in Köln
2008Gemeinsamer „Beckmann“-Auftritt mit ihren drei Geschwistern

Warum findet man auch den Namen Katharina Eisenlohr?

Bei einer Recherche zu Katarina Millowitsch fallen unterschiedliche Schreibweisen auf. Die ARD verwendete 2008 den Namen Katarina Eisenlohr-Millowitsch. Die Kölnische Rundschau schrieb dagegen von Katharina Eisenlohr, geborene Millowitsch. In den Credits von „Zwei Dickköpfe“ aus dem Jahr 1965 erscheint sie ebenfalls als Katharina Millowitsch.

Die verschiedenen Namensformen sind deshalb bei der Suche nach älteren Film-, Presse- und Theaterquellen wichtig. Unter „Katarina Millowitsch“ allein lassen sich nicht alle dokumentierten Stationen ihres Lebens finden.

Häufige Fragen zu Katarina Millowitsch

Wer ist Katarina Millowitsch?

Katarina Millowitsch ist die 1947 geborene älteste Tochter des Kölner Volksschauspielers Willy Millowitsch und seiner Frau Gerda. Sie arbeitete als Oberstudienrätin und war zugleich in verschiedenen Bereichen des Kölner Theaterlebens aktiv.

Ist Katarina Millowitsch Schauspielerin?

Sie trat mehrfach als Schauspielerin auf, unter anderem in „Zwangseinquartierung“, „Zwei Dickköpfe“, „Das Glücksmädel“ und „Tante Jutta aus Kalkutta“. Eine durchgehende hauptberufliche Film- und Fernsehkarriere wie bei ihrer Schwester Mariele entwickelte sich daraus jedoch nicht.

Was war Katarina Millowitsch von Beruf?

Die ARD bezeichnete Katarina Eisenlohr-Millowitsch 2008 als Oberstudienrätin. Zusätzlich engagierte sie sich als Schauspielerin sowie in Theaterprojekten, in der Theaterleitung und bei einer eigenen Theatergründung.

Hat Katarina Millowitsch Philosophie studiert?

Bibliografisch dokumentiert ist eine philosophische Arbeit unter dem Namen Katarina Eisenlohr, die sich mit Immanuel Kant und Arthur Schopenhauer beschäftigt.

Ist Katarina Millowitsch die Schwester von Mariele Millowitsch?

Ja. Willy und Gerda Millowitsch hatten vier Kinder: Katarina, Peter, Susanne und Mariele. Katarina ist die älteste der vier Geschwister.

Hat Katarina Millowitsch ein eigenes Theater gegründet?

Ja. Die taz berichtete 1996 über die Gründung der Freien Kammerspiele durch Katarina Eisenlohr in Köln. Als Eröffnungsstück war Goethes „Stella“ vorgesehen.

Fazit

Katarina Millowitsch ist weit mehr als ein Name im Stammbaum einer bekannten Schauspielerfamilie. Ihr Lebensweg verbindet Bildung, Philosophie und Schuldienst mit einer langjährigen Beziehung zum Theater. Neben eigenen Schauspielauftritten arbeitete sie in der freien Kölner Theaterszene, übernahm zeitweise Leitungsverantwortung und gründete mit den Freien Kammerspielen ein eigenes Bühnenprojekt. Gerade diese Mischung unterscheidet ihren Weg von den stärker auf Film und Schauspiel ausgerichteten Karrieren anderer Mitglieder der Familie Millowitsch.

siehe auch : Anja Schöne: Regisseurin, Autorin und Leiterin des LUTZ Hagen


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